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Pro und Contra

Sich für einen Toller als Hunderasse zu entscheiden ist nicht schwer. Er ist wunderschön, nicht zu groß und nicht zu klein, in der Fellpflege unkompliziert und wird als lebhaft, intelligent und leicht erziehbar beschrieben.

Diese Rassebeschreibung hat auch bei mir dazu geführt, dass der Wunsch nach einem Toller immer größer wurde. Dank meiner Züchterin, die für mich immer ein offenes Ohr hatte und immer noch hat, durfte ich mir die Hunde auch in „echt“ ansehen und bei der Arbeit erleben. Shantys Vater ist ein echter Workaholic, der unermüdlich ist und niemals genug bekommen kann, und so ist auch seine Tochter Shanty ganz der Papa. Die übrigen Wurfgeschwister haben nicht annähernd das überschäumende Temperament von Shanty und ihrem Papa geerbt.
Und hier liegt auch die Gefahr für zukünftige Tollerbesitzer.

Mein Wunsch an meine Züchterin war jedoch ausdrücklich, den lebhaftesten und temperamentvollsten Welpen aus dem Wurf zu bekommen. Das ist jetzt auch der Fall und ich bin sehr glücklich mit meiner Wahl.

Ich bin kein „Toller-Rassespezialist“ und dies ist auch mein erster Toller. Shanty ist als Dritthund zu uns gekommen. Ferner lebt noch eine Jack-Russel-Hündin bei uns. Mein Ersthund ist ein Border-Collie-Retriever-Mischlingsrüde, der die Arbeitswut vom Border-Collie und die Apportierwut vom Retriever geerbt hat und mich somit Zeit seines Lebens (geboren im Jahr 1997) ständig auf Trab hält und bringt. Aus meinem erworbenen Erfahrungsschatz aus der Erziehung und Beschäftigung dieses temperamentvollen Rüden kann ich natürlich jetzt profitieren für die Erziehung und Arbeit mit Shanty und ich bin wirklich dankbar dafür.

Beim Toller verhält es sich ähnlich wie beim Border-Collie: Ohne Beschäftigung und Arbeit kann aus einem schönen, mittelgroßen Familienhund schnell ein lästiger und nervender Hund werden, der sich seine Beschäftigung anderweitig sucht oder zu erzwingen versucht im negativen Sinne.

Mit Beschäftigung und Arbeit meine ich nicht einmal in der Woche eine Stunde auf dem Hundeplatz zu verbringen und Agility-Übungen zu absolvieren. Das reicht nicht aus. Auch die Fahrradtour am Wochenende mit dem Hund ist nicht Bewegung genug. Eine ausgewogene Mischung aus Kopfarbeit und körperlicher Auslastung ist wichtig. Durch die Intelligenz und Arbeitswut und die schnelle Auffassungsgabe der Hunde darf man sich nicht dazu verleiten zu lassen, zuviel mit dem Hund zu arbeiten. Auch das ist nicht gut und fällt manchmal recht schwer. All das ist schwer umzusetzen für einen Hundeanfänger. Wie gesagt, eine maßvolle Mischung an Arbeit und Bewegung ist genau richtig und das mehrmals in der Woche, ohne den Hund unnötig aufzupushen und zu überfordern. Dem Hund feste Ruhepausen zu verordnen ist genauso wichtig wie regelmäßige Arbeit mit dem Hund.

Wir machen mit unseren Hunden an festen Tagen zwei Mal in der Woche je 2 Stunden Agility-Training. Unter der Woche sind Discdogging (Frisbee mit kleinen Kunststücken) und Dummy-/Apportiertraining angesagt. Bei den täglichen Spaziergängen bekommen unsere Hunde kleine Aufgaben gestellt (Fährtensuche, Gegenstände bringen) und einmal die Woche ist auch die Unterordnung (Erziehung) der Hunde auf dem Programm. Bei schlechtem Wetter verlegen wir die Kopfarbeit auch mal in die eigenen vier Wände, wo wir dann diverse Dinge verstecken oder kleine Übungen machen.

Für Shanty gilt natürlich noch nicht das komplette Programm, dafür ist sie noch zu jung. Obwohl sie, wenn man sie ließe, das ganze Programm mit Freude und Eifer mitmachen würde (und wahrscheinlich immer noch nicht genug hätte).

Bei meinem Rüden hatte ich immer die Hoffnung, dass er mit fortschreitendem Alter etwas ruhiger werden würde. Das war nicht der Fall und wird bei Shanty wohl auch nicht der Fall sein.

Man sollte sich gut überlegen, ob man bereit ist, ein Hundeleben lang diese Aufgabe für ein glückliches Hundeleben zu übernehmen. Wenn nicht, gibt es so viele Hunderassen, die weniger Temperament haben und besser zum Lebensstil passen als der Toller. Der Toller ist nur dann ein angenehmer Begleiter, wenn er artgerecht beschäftigt wird und ausgelastet ist.